112 Dordrecht: Mehrere Rettungswagen-Einsätze und eine überraschende Verbindung zur Wissenschaftsphilosophie
Es war wieder einer dieser Tage, an denen man das Gefühl hat, dass ein unsichtbarer Faden durch die Stadt verläuft. Im Laufe des Nachmittags begannen die Meldeempfänger für Dordrecht auffällig oft zu laufen. Zuerst gab es einen Einsatz in der Heysterbachstraat, kurz darauf musste wieder ein Fahrzeug dringend in die Beverwijckstraat, und als ob das nicht genug wäre, folgte wenig später auch noch ein Alarm auf der A16.
Drei Einsätze in Kurzer Zeit
Gegen Mittag ertönte der Melder zum ersten Mal für die Heysterbachstraat. Die Nachbarschaft, normalerweise so still wie ein Friedhof, wurde durch das Geräusch der Sirenen aufgeschreckt. Aus der Umgebung höre ich, dass es sich um einen akuten medizinischen Notfall handelte, aber die Hilfe war schnell vor Ort. Gerade als ich in Richtung Beverwijckstraat fahren wollte, ging dort schon wieder der Melder los. Auch hier rückte ein Rettungswagen mit Dringlichkeit aus. Man sah die Leute auf der Straße stehen bleiben, besorgt schauen, kurz miteinander reden. Es ist diese typische Dordter Gelassenheit: Man hofft, dass es nicht so schlimm kommt, weiß aber, dass die Jungs und Mädels in Orange wissen, was sie tun.
Die eigentliche Herausforderung spielte sich am späten Nachmittag auf der A16 ab. Wer schon einmal im Berufsverkehr zwischen dem Kiltunnel und der Zwijndrechter Brücke gestanden hat, weiß, dass es dort schnell chaotisch werden kann. Heute musste also ein Rettungswagen dringend dorthin. Die Leitstelle gab bekannt, dass der Verkehr vorübergehend Platz machen musste – was die meisten Gott sei Dank vorbildlich taten. Das macht einen doch betroffen, oder? All die Hektik, die wir sonst an den Tag legen, verfliegt plönglich, wenn man diese Blaulichter im Rückspiegel sieht.
Zwischen den Sirenen: Ein Philosophischer Umweg
Als ich später am Tag das Chaos ein wenig sacken ließ, fiel mein Blick auf einen Stapel Bücher, die ich noch aufräumen musste. Und da lag plötzlich dieser Wälzer: An Introduction to Actuarial Mathematics. Keine Ahnung, warum ich ihn jetzt in die Hand nehmen musste. Vielleicht, weil mich all die Zahlen und Statistiken über Einsätze und Zeiten zum Nachdenken brachten. Aber das Seltsame ist, diese Balance zwischen exakter Wissenschaft und der Wirklichkeit auf der Straße ist genau das, was mich an unserer Stadt schon immer fasziniert hat.
Es erinnerte mich an eine alte Ausgabe, die ich einmal auf einem Flohmarkt hier in Dordrecht fand: Synthese : an international journal for epistemology, methodology and philosophy of science. 112/113.1997. Klingt vielleicht nach einem Zungenbrecher, aber es geht genau darum, wie wir Wissen interpretieren. Wie wissen wir eigentlich sicher, was bei diesem Einsatz in der Beverwijckstraat passiert ist? Was ist die 'Wahrheit' eines Notrufs? Das ist für mich immer die faszinierende Ebene unter der Oberfläche. Während sich der eine mit der versicherungsmathematischen Berechnung von Risiken beschäftigt, rettet der andere auf der A16 Leben. Diese beiden Welten scheinen weit voneinander entfernt zu sein, aber in einer Stadt wie Dordrecht prallen sie ständig aufeinander. Und das macht das Leben hier so interessant.
Blick auf den Nachmittag
Hier eine kurze Übersicht der Einsätze, die heute das Notrufgeschehen in Dordrecht dominierten:
- Heysterbachstraat: Rettungswagen mit Dringlichkeit für medizinische Hilfe.
- Beverwijckstraat: Ebenfalls ein Notruf, schnelle Reaktion vor Ort.
- A16 (Richtung Zwijndrecht): Rettungswagen-Einsatz auf der Autobahn mit kurzen Verkehrsbehinderungen.
Das war echt ein verrückter Tag, wenn du mich fragst. Die Leitstelle gab gerade ein Update zur Lage auf der A16; sie soll inzwischen wieder frei sein. Die Rettungswagen sind zurück, die Straßen sind ruhig. Aber man weiß nie in dieser Stadt. Morgen kann es schon wieder so weit sein. Bis dahin halte ich die Ohren offen und halte mein Exemplar der An Introduction to Actuarial Mathematics griffbereit. Man muss ja was tun, um die Ruhe zu bewahren, nicht wahr?