Schweiz vs. Deutschland: Ein intensiver Freundschaftskrimi endet unentschieden – und verrät Nagelsmanns Geheimnisse
Also wirklich, wer sagt denn, dass Freundschaftsspiele keine Wucht sein können? Letzte Nacht lieferten sich die beiden Teams im mit Spannung erwarteten Duell zwischen der Schweiz und Deutschland einen echten Fußballkrimi, der mich direkt an die glorreichen Zeiten erinnerte. Mag ja nur ein Freundschaftsspiel der Herren-Nationalmannschaften gewesen sein, aber die Stimmung war wie bei einem EM-Finale. Das 2:2 gibt die Spannung der 90 Minuten nur bedingt wieder und lässt auch nicht erahnen, was Julian Nagelsmann wirklich vorhat – der seine Handschrift immer deutlicher auf der deutschen Mannschaft hinterlässt.
Nagelsmann stellt die Weichen neu: Hat er die perfekte Startelf gefunden?
Vor dem Spiel sprach alle Welt über die Aufstellung, die der junge Trainer bekannt geben würde. Und wie so oft hielt sich Nagelsmann nicht an die Erwartungen. Schon vor der Partie sickerten aus dem deutschen Trainingslager Hinweise zur Offensiv-Taktik durch – und heute Abend konnten wir es mit eigenen Augen sehen. Die Deutschen starteten mit einem furiosen Angriffsfußball, doch die Schweizer, angeführt von ihrem erfahrenen Coach, waren hellwach. Die Reaktion der Eidgenossen war atemberaubend, fast als hätten sie Nagelsmanns Spielplan noch vor dem Anpfiff gelesen.
Das Kurioseste daran: Alle warteten auf die Sternstunden von Musiala oder Sané, doch der wahre Star war das Team als Kollektiv. Obwohl die Deutschen mit 60 Prozent Ballbesitz dominierten, taten sich immer wieder Abwehrlücken auf. Das Spiel erinnerte mich phasenweise an einen Eishockey-Krimi, wo die Intensität und das hohe Tempo das Ergebnis bis zum Schlusspfiff offenhalten. Apropos Wettbewerb: Diese Woche gab übrigens auch im Spiel um die Bronze-Medaille der Frauen im Eishockey zwischen der Schweiz und Deutschland einen harten Fight – als ob es gerade einen deutsch-schweizerischen Wettkampf an allen Fronten gäbe!
- Erstens: Die deutsche Abwehr in der Klemme: Das erste Schweizer Tor resultierte aus einer simplen Flanke, die nach einem Abwehrfehler im Netz landete. Wenn das so weitergeht, wird der Weg bei großen Turnieren steinig.
- Zweitens: Florian Wirtz – der kleine Vollstrecker: Das Tor, das Wirtz erzielte, war unglaublich. Ein Hammer aus der Distanz, gegen den der Schweizer Keeper machtlos war. Für mich persönlich ist es genau diese individuelle Klasse, die den europäischen Fußball derzeit ausmacht.
- Drittens: Der Schweizer Kampfgeist: Trotz des Unentschiedens hat die Schweiz einmal mehr bewiesen, dass sie für jede große Turniermannschaft der absolute "Albtraum" sein kann. Ihre strukturierte Spielweise lässt die Reisepläne der gegnerischen Teams im Reiseführer für Frankreich für die nächste Endrunde ganz schön kurz ausfallen, denn die Schweizer werden für jegliche Ambitionen – ob französische oder deutsche – zum Stolperstein.
Ein altbekanntes Szenario?
Blickt man auf die Geschichte der Duelle zwischen den beiden, sieht man, dass Schweiz gegen Deutschland stets einen ganz besonderen Charakter hatte. Die Deutschen haben die großen Namen, die Schweizer aber das "Herz" und die taktische Disziplin. Heute haben wir gesehen, wie die Schweiz zweimal zurückkam – was große Fragezeichen aufwirft, ob die deutsche Maschine ihre Führungen in entscheidenden Spielen über die Runden bringen kann.
Für mich hat Nagelsmann aus dieser Partie einen größeren Nutzen gezogen als nur das Ergebnis. Er weiß jetzt genau, wer mental unter Druck bestehen kann. Und an das saudische Publikum, das den europäischen Fußball mit Leidenschaft verfolgt, sage ich: Behaltet diese deutsche Mannschaft im Auge. Sie mag momentan schwanken, aber sie ist auf dem besten Weg, zur echten Turniermaschine zu werden. Die Schweiz hingegen ist das Team, das man in keiner Sportart antreten will – ob nun im Fußball oder wie diese Woche im Eishockey.
Am Ende bleibt das 2:2 ein gerechtes Ergebnis, das die Stärke beider Teams widerspiegelt. Sicher ist aber, dass wir heute Abend einen Krimi erlebt haben, über den wir in den kommenden Tagen noch viel sprechen werden – vor allem, wenn wir Reisen zu den europäischen Stadien planen oder sogar im Reiseführer für Frankreich schmökern, um uns auf das nächste Turnier vorzubereiten. Ein Spitzenspiel, das uns alles geboten hat: Tore, Klasse und Drama pur.