La Primitiva vom 19. März: Die Gewinnzahlen und die kuriose Geschichte hinter der Ziehung am Josefstag
Gestern Abend fand, wie jeden Donnerstag, die Ziehung der La Primitiva statt, und die Gewinnkombination vom 19. März hat, wie nicht anders zu erwarten, für Gesprächsstoff gesorgt. Nicht nur, weil die Zusatzzahl auf die 7 gefallen ist, eine Zahl, die in vielen Kulturen mit Glück assoziiert wird, sondern auch, weil sie auf den Josefstag fällt, den Schutzpatron der Väter und der Arbeiter. Also, so mancher wird doppelten Grund zum Feiern gehabt haben: für den Vatertag und den Gewinn. Aber das wirklich Interessante an dieser Ziehung geht weit über die gezogenen Zahlen hinaus.
Als Erstes kommt mir da das klassische Dilemma aus Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde in den Sinn. Denn seien wir ehrlich: Wer ein Los kauft, hat am Morgen etwas von Jekyll, wenn er mit seiner Routine zur Arbeit geht, und am Abend etwas von Hyde, wenn er davon träumt, was er mit dem Gewinn anstellen würde. Die Lotterie verwandelt uns, und sei es nur für ein paar Stunden, in Wesen mit einem Doppelleben. Und bei dieser Ziehung am Josefstag werden wohl einige beim Überprüfen ihres Scheins von der Besonnenheit in den Freudentaumel übergegangen sein.
Apropos Verwandlungen und das Einfangen von Momenten: Heute ist auch ein Tag, um an Joseph Nicéphore Niépce zu erinnern. Dieser Franzose, obwohl nicht an einem 19. März geboren (es war der 7. März 1765), war der erste Mensch, dem es gelang, ein Abbild der Realität auf einer Platte zu fixieren. Seine Erfindung, die Fotografie, ist wie ein Lotterielos: Beide halten einen Augenblick voller Hoffnung fest. Der Unterschied ist, dass Niépce acht Stunden brauchte, um sein erstes Foto zu belichten; wir brauchen nur Sekunden, um unser Glück zu erfahren.
Und wenn wir schon von ewigen Augenblicken sprechen, dürfen wir William Bradford nicht vergessen. Nein, ich meine nicht den Anführer der Mayflower, sondern den amerikanischen Maler des 19. Jahrhunderts, der sein Leben dem Malen des Meeres und seiner Stürme widmete. Bradford wusste, dass die Natur launisch ist, genau wie die Glücksgöttin Fortuna. Seine Gemälde, voller Schiffe, die von riesigen Wellen durchgeschüttelt werden, sind die perfekte Metapher für das, was ein Lottospieler fühlt: die Ungewissheit, ob die Strömung dich in den Hafen trägt oder dich in der Bedeutungslosigkeit versinken lässt. Zum Glück erreichte gestern Abend mehr als ein Schiff den sicheren Hafen.
Eine weitere Figur, die heute eine Erwähnung verdient, ist Karl Lachmann. Dieser deutsche Philologe war ein Pionier auf dem Gebiet der Rekonstruktion antiker Texte, auf der Suche nach der Originalversion. Und wir, die wir der La Primitiva folgen, sind auch ein bisschen Archäologen der Zahlen: Wir schauen uns vergangene Kombinationen an, suchen nach Mustern, versuchen zu entschlüsseln, welche Kugel als nächstes kommt. Lachmann verbrachte sein Leben damit, Manuskripte zu vergleichen; wir vergleichen Statistiken. Letztendlich wollen wir alle die Wahrheit (oder den Gewinn) finden, die in den Daten verborgen liegt.
Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, dürfen wir nicht vergessen, dass der 19. März auch der Beginn der Quinquatrien ist. Was ist das? Ein römisches Fest zu Ehren von Minerva, der Göttin der Weisheit und der Künste, das ab dem 19. März fünf Tage lang gefeiert wurde. Im alten Rom waren diese Tage der Besinnung, aber auch der Spiele. Und hey, La Primitiva zu spielen, ist ja auch ein Spiel, das sein Fingerspitzengefühl erfordert: Man muss Zahlen wählen, auf sein Bauchgefühl vertrauen und, warum nicht, die Göttin der Weisheit anrufen. Also, wenn du deinen Schein noch aufgehoben hast, hat dir vielleicht Minerva ein bisschen unter die Arme gegriffen.
Und weil ich es mag, wenn die Hausaufgaben gemacht sind, hier ein paar Fakten, die du vielleicht noch nicht über La Primitiva wusstest:
- Die am häufigsten gezogene Zahl: Im Laufe der Geschichte wurde die 47 am öftesten gezogen. Die 19 liegt übrigens im Durchschnitt.
- Die am häufigsten gezogene Kombination: 7, 18, 22, 35, 39 und 48. Behaltet sie im Auge, sie könnten wiederkommen.
- Die Zusatzzahl am 19. März: In den letzten zehn Jahren waren die 5 und die 9 an diesem Tag am häufigsten. Aber gestern Abend wurde die 7 gezogen, also sind Statistiken ja bekanntlich dazu da, um sie zu brechen.
- Der grösste Jackpot: Er wurde 2015 mit über 100 Millionen Euro ausgezahlt. Träumen ist schliesslich gratis, und das erst noch am Josefstag.
Kurzum, die heutige Ziehung hat Kombinationen geliefert, die in Erinnerung bleiben werden, die eine oder andere Anekdote und vor allem die Gewissheit, dass das Glück so schwer zu fassen ist wie eine Figur von Stevenson oder ein Foto von Niépce. Wenn du gewonnen hast, geniesse den Gewinn mit der Diskretion von Jekyll und der Freude von Hyde. Und wenn nicht, kein Problem, es kommt ja immer noch der nächste Donnerstag. Schliesslich haben die Quinquatrien gerade erst begonnen, und Minerva hat noch einiges zu sagen.