In fremden Händen: Warum der Fernsehfilm uns alle angeht – und was wir daraus lernen müssen
Ein Film, der unter die Haut geht. Gestern Abend lief im Fernsehen ein Werk, das es in sich hat: „In fremden Händen“. Wer es gesehen hat, kam um das mulmige Gefühl nicht herum: Was, wenn ich selbst einmal in eine Situation gerate, in der ich mein Leben nicht mehr selbst bestimmen kann? Wenn andere über mein Geld, meine Wohnung, meine Zukunft entscheiden?
Ein Nerv getroffen: Zwischen Krimi und Realität
Die Hauptdarstellerin Desirée Nosbusch hat kürzlich in einem Interview angemerkt, dass das Thema Alter und die Angst vor fiesen Betrugsmaschen viele umtreibt. Sie sprach auch von den Tücken des letzten Willens. Genau da liegt der Nerv des Films. Es geht nicht nur um Krimi-Spannung, sondern um die ganz realen Fallstricke, die lauern, wenn wir unser Vermögen oder unsere Vorsorge in fremde Hände legen. Die Geschichte ist so nervenaufreibend, weil sie jedem von uns passieren könnte – der alleinstehenden Tante, dem eigenen Vater, vielleicht sogar uns selbst, wenn wir nicht aufpassen.
Wenn Vertrauen zur Falle wird
Denn das Schicksal der Filmfigur könnte tausenden Menschen in Österreich blühen. Ob durch übereiltes Vertrauen gegenüber Pflegepersonal, dubiose Finanzberater oder gar eigene Verwandte – die Liste derer, die sich an hilflosen Menschen bereichern, ist lang. Ein Leitfaden, wie man sich dagegen wappnet, fehlt leider im Alltag. Dabei wäre es so wichtig, frühzeitig zu handeln und nicht erst dann, wenn die Kontrolle längst in fremde Hände übergegangen ist. Wer sich für das Thema interessiert und eine fundierte Übersicht der rechtlichen Möglichkeiten sucht, stösst schnell auf ein komplexes Feld aus Vollmachten, Verfügungen und Betreuungsformen.
Die Kunst, Herr im eigenen Haus zu bleiben
Die entscheidende Frage lautet: Wie nutze ich die eigenen Rechte und Instrumente, um zu verhindern, dass mein Leben in fremde Hände gerät? Die Antwort liegt in der Kombination aus Vorsorge und Misstrauen – einem gesunden Misstrauen wohlgemerkt. Konkret heisst das:
- Vorsorgevollmacht rechtzeitig erstellen – und nur Personen des absolutesten Vertrauens einsetzen. Prüfen Sie, ob mehrere Personen gemeinsam entscheiden müssen.
- Regelmässige Kontrollen der Kontoauszüge, auch wenn man Hilfe bei der Verwaltung hat. Ungewöhnliche Abbuchungen sofort hinterfragen.
- Unabhängige Beratung einholen, bevor man wichtige Verträge unterschreibt oder Vermögen umschichtet. Anlaufstellen wie unabhängige Anwälte oder Beratungsdienste sind Gold wert.
Ein Milliardengeschäft mit der Angst
Die Wirtschaft hat längst erkannt, dass hier ein Riesenmarkt schlummert. Immer mehr Banken in Österreich bieten spezielle Dienstleistungen für Senioren an, die wie ein Schutzschild gegen Übergriffe wirken sollen. Aber Vorsicht: Auch diese Angebote müssen kritisch geprüft werden. Denn am Ende will jeder etwas vom Kuchen – und nicht immer sind die Interessen der Kunden die oberste Priorität. Als mündiger Bürger sollte man sich nicht blenden lassen, sondern genau hinschauen, wem man die Schlüssel zu seinem Leben aushändigt.
Am besten, wir lassen uns vom Film nicht nur unterhalten, sondern wachrütteln. Denn das eigene Schicksal sollte man so lange wie möglich in den eigenen Händen behalten. Nicht erst dann handeln, wenn es bereits zu spät ist.