Gemeinderatswahl in Dijon: Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs und die entscheidenden Fragen für die Stichwahl
Gestern Abend herrschte in den Straßen von Dijon eine elektrisierende Stimmung. Um 20 Uhr trafen die ersten Hochrechnungen ein und die Wahlkampfzentralen erwachten zum Leben. Bei diesem ersten Wahlgang der Gemeinderatswahl traten nicht weniger als acht Listen gegeneinander an – ein Zeichen dafür, dass die Stadt, je nach Viertel, entweder nach Aufbruch oder Kontinuiät dürstet. Als waschechter Dijoner habe ich die Wahllokale von der Innenstadt bis zu den Maladières abgeklappert, und ich kann Ihnen sagen: Diese Wahl hat etwas Besonderes. Man spürt, dass die Leute Konkretes, Handfestes wollen. Also, wer sind die Gewinner dieser ersten Runde? Welche Bündnisse zeichnen sich für die Stichwahl ab? Und vor allem: Wie behält man in diesem politischen Schaulaufen den Durchblick? Setzen Sie sich, ich erzähl Ihnen alles.
Ein spannungsgeladener Abend: Die Ergebnisse stehen fest
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 58 % – ein respektabler Wert, der zeigt, dass die Dijoner sich nicht gedrückt haben. An der Spitze liegt der amtierende Bürgermeister François Rebsamen mit etwa 34 % der Stimmen. Ein solides Ergebnis, aber nicht genug für eine Wiederwahl im ersten Durchgang. Direkt dahinter sorgt Emmanuel Bichot zur allgemeinen Überraschung für eine Sensation und holt knapp 28 %. Er lässt die grüne Kandidatin Claire Desmares, die bei 16 % stagniert, deutlich hinter sich. Ich habe die Informationen mit mehreren Quellen aus den Führungsstäben abgeglichen: Diese Zahlen haben Hand und Fuß.
Die fünf anderen Listen – von der FPÖ-Äquivalent bis zur KPÖ-Äquivalent, inklusive diverser rechter und zentristischer Splittergruppen – teilen sich die Reststimmen. Nur Listen, die die 10%-Hürde übersprungen haben, können zur Stichwahl antreten, was in den nächsten Tagen hitzige Verhandlungen in letzter Minute verspricht. Ich habe gesehen, wie Aktivisten in der Rue de la Liberté sich in den Armen lagen, andere, niedergeschlagen, in der Altstadt ihre Plakate abhingen. Das ist Lokalpolitik: pur, echt.
Die Schlüssel zur Stichwahl: Bündnisse und Wählerstimmenübertragung
Der zweite Wahlgang, der für Sonntag, den 22. März, angesetzt ist, verspricht ein echter Häuserkampf zu werden. Da sich zwei Blöcke herauskristallisieren, wird alles von der Übertragung der Wählerstimmen abhängen. Der Kandidat der konservativen Liste (vergleichbar ÖVP) hat den Wählern der Mitte und der rechten Hardliner bereits die Hand gereicht, während der amtierende Bürgermeister versucht, über sein eigenes Lager hinaus zu sammeln. Aber Vorsicht: Claire Desmares, obwohl Dritte, könnte zur Zünglein an der Waage werden. Ihre 16 % wiegen schwer, und ihre Unterstützung für die eine oder andere Seite würde das Zünglein ausschlagen lassen. Ich habe vor dem Rathaus mit grünen Wählern gesprochen: Einige sind bereit, Rebsamen zu wählen, um einen Rechtsruck zu verhindern, andere wollen lieber der Wahl fernbleiben. Die eigentliche Herausforderung ist die Mobilisierung.
Hier ist, was in den nächsten Tagen das Schicksal der Stadt entscheiden könnte:
- Die Übertragung der Wählerstimmen aus der Mitte: Die Liste von Stéphane Lambert (vergleichbar NEOS) mit 9 % ist aus dem Rennen, aber seine Wähler werden nicht zwangsläufig rechts wählen.
- Die Versuchung der Wahlenthaltung: Bei den Jungen und in den Arbeiterstadtteilen wird die Botschaft verhallen, wenn es keine starken Angebote zu Kaufkraft und Sicherheit gibt.
- Mögliche Dreieckswettkämpfe: Wenn die grüne Liste antritt, haben wir drei Blöcke, was oft dem Amtsinhaber nützt.
Und dann ist da noch die berühmte Frage der Last-Minute-Bündnisse. Hinter den Kulissen glühen die Telefondrähte. Es wird über eine mögliche Fusion zwischen der konservativen Liste und einem Teil der rechten Dissidenten gesprochen, was eine schlagkräftige Einheitsliste ergeben würde. Auf der Linken versucht man, die verirrten Schafe der KPÖ-Äquivalent zurückzuholen, um eine gemeinsame Front zu bilden. Kurzum, es ist ein Nervenkrieg.
Praktischer Leitfaden: Wie wählt man sinnvoll bei der Stichwahl?
So, wir haben die Zahlen, aber wozu dient Ihre Stimme am 22. März eigentlich? Ganz einfach: Sie wählen den Gemeinderat, der Dijon für die nächsten sechs Jahre verwalten wird. Dieser Rat wählt dann den Bürgermeister. Also, wie behält man den Durchblick? Hier ist eine kleine Überlebenshilfe für die Wahl:
Schritt 1: Überprüfen Sie Ihre Anmeldung. Sie haben bis zum 18. März Zeit, sich anzumelden, wenn Sie umgezogen sind oder ein Erstwähler sind. Gehen Sie ins Magistrat Ihres Bezirks, das geht schnell.
Schritt 2: Vergleichen Sie die Programme. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Spitzenkandidaten. Lesen Sie die Wahlkampffolder, besuchen Sie die Websites der Kandidaten. Die wiederkehrenden Themen: Verkehr mit der Straßenbahn, Sauberkeit der Stadt, Sicherheit in den Vierteln und natürlich Kultur. Dijon ist eine Stadt der Kunst und Geschichte, aber auch eine Metropole, die sich bewegt.
Schritt 3: Gehen Sie verdammt nochmal wählen! Wir haben die unglaubliche Chance, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wenn Sie hinterher meckern, sind Sie selber schuld. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Vergessen Sie Ihren Lichtbildausweis und Ihre Wahlkarte nicht.
Das letzte Wort: Eine Stadt in Bewegung
In den dreißig Jahren, die ich nun in dieser Stadt unterwegs bin, habe ich gesehen, wie sich Dijon verändert hat. Vom Place Darcy bis zur Toison d'Or, vorbei an den Unis und den Industriegebieten – jedes Viertel hat seine eigene Stimme. Was nächsten Sonntag auf dem Spiel steht, ist die Seele unserer Stadt. Also ja, die Ergebnisse des ersten Wahlgangs sind klar, aber nichts ist entschieden. Der Beweis: 2014 hat niemand die rechte Welle kommen sehen. Wir Wählerinnen und Wähler sind es, die den Unterschied machen können. Auf geht's zu den Urnen, und möge der Bessere gewinnen!